Der Heilige Pirmin – zwischen Irland, Paris und Pirmasens
Man kann ja viele Gründe haben auszuziehen. Einer: Man will seine Ruhe! und weg von der Familie. Ein Mann in Irland mit dem Namen Columban, der zwischen 543 und 615 lebte, war von seiner Familie nicht genervt. Er ging dennoch weg.
Fremde auf der Erde
Columban war Christ und davon überzeugt, dass Menschen nur Fremde auf der Erde sind und sie eigentlich im Himmel zuhause sind. Seine Idee: Menschen sollten auf Familie, Besitz und Heimat verzichten und so schon mal für den Himmel üben. Das leuchtete auch anderen religiösen Männern in Irland ein. Manche begnügten sich damit auf einsame Inseln zu gehen oder alleine im Wald zu leben. Columban und andere aber wanderten aufs Europäische Festland aus und gründeten in der Fremde Gemeinschaften. Dass sie eine ganz neue Religion nach Europa gebracht hätten, stimmt nicht. In Europa hatten schon die Römer das Christentum verbreitet.
Als das Römische Reich zusammengebrochen war, gab es in Europa aber einen großen Mangel an gebildeten Menschen, die anderen etwas beibringen konnten. Und so wurden die Klöster mit den gebildeten Mönchen im heutigen Frankreich zu Schulen. In denen ging es nicht nur um Religion, sondern um Wissen allgemein.
Pirmins unbekannte Heimat
Der Heilige Pirmin wurde lange für einen irischen Mönch gehalten. War er aber nicht. Er wurde vermutlich in Paris geboren. So genau weiß man das nicht. Er lernte aber in einem der Klöster, in dem die Lehren des Iren Columban unterrichtet wurden und machte sich auf den Weg ins heutige Deutschland.
Auf der Insel Reichenau und in der Pfalz gründete er Klöster, zu denen später auch Iren kamen, die gerade auf der Durchreise nach Rom waren und Ferienjobs als Lehrer machten. Jedenfalls gibt es dort im Archiv ganz alte Notizbücher in irischer Schrift. Die wandernden Iren unterrichteten vor allem Astronomie und Kalenderkunde. Sie sorgten dafür, dass die Leute in Deutschland zu berechnen lernten, wann Ostern ist und wann die anderen Feiertage.
Die meisten Alamannen, die um die Klöster lebten hatten noch nie zu jemandem Kontakt gehabt, der lesen konnte. Nur die Oberschicht nutzte Runen-Buchstaben und auch schon unsere Schrift. Die meisten hatten traditionelle Religionen, über die man heute wenig weiß, weil man sich gegenseitig von den Göttern erzählt hat, ohne etwas aufzuschreiben. Die Klöster brachten Bildung nach Süddeutschland.
Pirmin, der Pariser Mönch mit der irischen Bildung wurde in Hornbach beerdigt. Die Stadt Pirmasens hat seinen Namen.
Was blieb?
Ohne die Mönche, die aus Irland ausgewandert sind, würden wir nicht nur an anderen Tagen Ostern Feiern, sondern wir hätten keine vierwöchige Adventszeit. Die Mönche brachten auch die Idee des Haussegens und Gebete an Engel, die um Schutz gebeten werden, mit.
